Das Pankreaskarzinom (PK) weist von allen Karzinomen des Gastrointestinaltraktes die schlechteste Prognose auf. In den letzten Jahren wurden zunehmend Faktoren identifiziert, die mit einem deutlich erhöhten PK-Risiko einhergehen. Dazu werden sowohl genetische als auch nicht genetische Risikofaktoren gezählt. Erstere umfassen einerseits gut etablierte Tumorsyndrome wie das erbliche Brust- und Eierstockkrebssyndrom (BRCA1, BRCA2, PALB2) oder das Lynch-Syndrom (MLH1, MSH2, MSH6, PMS2) aber auch seltenere Tumorsyndrome wie das Peutz-Jeghers-Syndrom (STK11) oder das familiäre multiple Melanom-Syndrom (CDKN2a). Zudem werden die hereditäre Pankreatitis (PRSS1, SPINK, CFTR, PRSS2) und die Nicht-0-Blutgruppen im ABO-System zu den erblichen Risikofaktoren gezählt. Unter den nicht genetischen Risikofaktoren finden sich zum einen lebensstilassoziierte Faktoren wie Rauchen, Adipositas oder Alkoholabusus und zum anderen internistische Erkrankungen wie Hepatitis B/C, Helicobacter-pylori-Infektion, chronische Pankreatitis oder Diabetes mellitus.
Diese Risikofaktoren sollen bestimmte Hochrisikokohorten definieren, die von Screeningmaßnahmen profitieren könnten. Trotz zahlreicher PK-Screening-Studien mit unterschiedlichen Modalitäten wie beispielsweise endoskopischer Ultraschall (EUS) oder Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) konnte bisher in keiner dieser Studien ein Überlebensvorteil gezeigt werden. Aus diesem Grund gibt es bisher keinen Konsens über die Art, den Beginn und die Intervalle eines PK-Screenings, weshalb ein solches derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien angeboten werden soll.