01.10.2020 | Leitthema
Die Kosten von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen – eine Bedrohung fürs Gesundheitssystem?
Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie | Sonderheft 3/2020
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Für forschungsorientierte Unternehmen resultiert aus den besonderen Aspekten seltener Erkrankungen eine Reihe von spezifischen Herausforderungen für eine dem Patienten und den Gesundheitssystemen dienliche Versorgung mit innovativen Therapieoptionen. Gleichzeitig müssen solche Unternehmen nachhaltige, zukunftsorientierte Geschäftsaktivitäten anstreben, die auf der Finanzierung risikoreicher Entwicklungsprogramme durch Börseninvestitionen beruhen.
Durch die wirtschaftlichen Anforderungen einer gleichermaßen auf zukünftige Therapieerwartungen, auf den zukünftigen Investitionsbedarf und auf finanzielle Erwartungen ausgerichteten Forschungsökonomie ergeben sich mitunter im Vergleich zu sonstigen Therapien hohe Kosten pro behandeltem Patient. Diese führen aufgrund der geringen Fallzahlen dennoch nicht zu einer inadäquaten Überbelastung des Gesamtsystems.
Die künftige Gestaltung von Systemen zur Bereitstellung und Finanzierung innovativer Therapieoptionen sollte insbesondere bei seltenen Krankheiten auf eine Abwägung aller Interessen abstellen. Einseitige Maßnahmen, die sich des Themas nicht gesamtheitlich annehmen, können unter Umständen zwar kurzfristige Einsparungen bringen, gleichzeitig aber die Innovationsfähigkeit der Industrie nachhaltig schädigen und damit ein ebenso wichtiges gesundheitspolitisches Ziel verfehlen – nämlich das Spektrum solcher Therapien zu erweitern.
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