01.02.2016 | Neurologie
Interdisziplinäres Polypharmazieboard im LKH Villach
Erschienen in: psychopraxis. neuropraxis | Ausgabe 1/2016
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Einleitung
Multimorbidität und Polypharmazie stellen ein immer größer werdendes Problem in der Versorgung von Patienten dar.
Ziel der Arbeit
Zur individuellen Medikamentenoptimierung für Patienten wurde in Kooperation mit der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK), dem Kärntner Gesundheitsfond (KGF) und der Ärztekammer für Kärnten (ÄKK) das Reformpoolprojekt „Interdisziplinäres Medikamenten-Reset-Polypharmazieboard (PPB)“ etabliert.
Material und Methoden
Auswahlkriterien für die Zuweisung sind Multimorbidität, tägliche Einnahme von mehr als 8 Medikamenten oder Spezialfälle mit schwierigen Medikamentenkombinationen. Die Fälle werden durch ein interdisziplinäres Gremium vidiert und diskutiert.
Ergebnisse
Im Zeitraum von April 2013 bis Dezember 2014 wurden insgesamt 130 Patienten dem PPB zugewiesen. Im Rahmen des PPB wurden insgesamt 783 Interventionen/Empfehlungen bezüglich der Medikationen der Patienten abgegeben. Anhand einer Trendauswertung für spezielle Interventionen wurde evaluiert, welche Medikamente am häufigsten abgesetzt wurden. Die verwendeten Interventionen waren: keine Indikation für Arzneimittel (AM), fragliche Indikation für AM, AM für die Indikation ungeeignet. Am häufigsten abgesetzt wurden Protonenpumpenhemmer und am zweithäufigsten Antikoagulanzien.
Schlussfolgerung
Die Zahl der durch Wechsel- oder Nebenwirkung verursachten Todesfälle und Krankenhauszuweisungen steigt stetig. Eine leitliniengerechte Therapie ist oft bei multimorbiden Patienten oft schwierig. Therapieempfehlungen einzelner Spezialistinnen und Spezialisten können zur Polypharmazie führen. Zukünftig soll das Projekt vermehrt im intra- und extramuralen Bereich ausgeweitet werden, um so die Versorgung der Patienten langfristig zu optimieren.
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